Mühlböck System 1003

Energieverbrauch bei Trocknung halbieren

Über den wirtschaftlichen Erfolg in der Sägeindustrie entscheiden bei gegebenen Marktpreisen für Rundholz und Schnittholz einzig die Produktionskosten. Einer der größten Kostenfaktoren in dieser Verarbeitungskette sind die thermischen Energiekosten...

...für die Holztrocknung, die rund 80 Prozent der gesamten Trocknungskosten ausmachen. Mit dem neuen Mühlböck Trocknungssystem Typ 1003, welches bereits bei mehreren Sägewerken in Betrieb ist, werden diese Kosten um die Hälfte reduziert. Die Neuerung dabei: Die in der Abluft einer Trockenkammer vorhandene Energie wird vollständig zur Trocknung in einer anderen Trockenkammer bereitgestellt.

Wer kennt sie nicht, die Dampffahnen über den Trocknungsanlagen aller holzverarbeitenden Betriebe? Dampffahnen über herkömmlichen Trockenkammern und Spänetrocknern signalisieren einen hohen Bedarf an Heizleistung. Die in Trockenkammern eingebrachte Heizleistung wird direkt in Dampf umgesetzt. Diese Wärmeenergie wird üblicherweise durch die Verbrennung von Rinde, Hackschnitzel, Sägespäne oder Waldhackgut in Heizkesseln erzeugt. Der Aufwand dafür ist beträchtlich.
Die Wassermenge, die aus einem Kubikmeter Schnittholz abgetrocknet werden muss, liegt je nach Anteil von Kern und Splint zwischen 200 und 400 Liter. Bei der Trocknung von Spänen von W50 auf W10 ist die Wassermenge, die abgetrocknet werden muss, exakt 800 Liter je Tonne (bei W10). In herkömmlichen Trocknungsanlagen wird dafür je nach Jahreszeit 1,0 bis 1,5 Kilowattstunden je Liter Wasser benötigt. Das heißt, pro Kubikmeter Schnittholz sind zwischen 200 und 600 Kilowattstunden an Energie bereitzustellen. Für die Trocknung von Spänen müssen sogar bis zu 1.200 Kilowattstunden je Tonne aufgewendet werden. Setzt man für diese thermische Energie 0,03 Euro für jede Kilowattstunde ein, so ergeben sich beim Schnittholz Kosten für die thermische Energie von bis zu 18 Euro je Kubikmeter Schnittholz und bei Spänen bis 36 Euro je Tonne.
Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH macht es möglich, diese Aufwendungen um 50 Prozent zu reduzieren und dies bei einer Amortisationszeit von einem halben Jahr bis maximal drei Jahre. Durch den Einsatz der neuen Trocknungs-Systeme von Mühlböck vom Typ 1003 kann wahlweise der Einsatz von Brennmaterial halbiert werden oder die Trocknungsmenge bei gleichem Brennstoffeinsatz und gleicher Heizkesselanlage verdoppelt werden.

 

Unterschied zu herkömmlichen Trocknungsanlagen

Was ist dabei nun der Unterschied zwischen einer herkömmlichen Trocknungsanlage und einer Mühlböck 1003 Trocknungsanlage?
Bei herkömmlichen Trocknungsanlagen wird das Holz häufig auf etwa 70 Grad Celsius aufgeheizt. Das Holz gibt Feuchtigkeit an die vorbeiströmende Luft ab. Dieser wird dann die vom Holz abgegebene Wassermenge wieder entzogen. Dies geschieht meist durch den Austausch von feuchter, warmer Luft aus der Trockenkammer und kalter Außenluft. Die feuchtwarme Abluft transportiert Wasser und Wärme aus der Trockenkammer hinaus. Die für die Trocknung notwendige neue aber kalte Zuluft muss anschließend über Heizregister erwärmt werden, wird dadurch trocken und kann wieder Feuchtigkeit aufnehmen. Zusätzlich wird der Trocknungsluft Wärme durch die Verdunstung des Wassers entzogen. Dies ist am Unterschied der Temperaturen am Lufteintritt und am Luftaustritt aus dem Stapel zu erkennen. Bei einer Eintrittstemperatur in den Holzstapel von 70 Grad Celsius ist eine Austrittstemperatur von 60 Grad Celsius eine übliche Größe. Auch diese Erwärmung der Umluft muss wieder erfolgen.
In den meisten Betrieben erfolgt die Wärmezufuhr durch Warmwasser aus dem Heizkessel, der mit Restholz befeuert wird. Wird zusätzlich eine Wärmerückgewinnung eingesetzt, kann die erforderliche Heizleistung reduziert werden. Die Möglichkeiten sind jedoch eher bescheiden, da die trockene Außenluft nur wenig Energie aus der feuchtwarmen Kammerluft aufnehmen kann. Meist ist die Zuluft schon auf der Temperatur der Abluft und die Abluft ist erst um wenige Grade abgekühlt.

 

Mühlböck 1003 Trocknungsanlagen

Mühlböck Trocknungsanlagen vom Typ 1003 sind ein geschlossenes System, bei dem die warme Luft immer in der Trocknungsanlage bleibt. Nur aus einem Teil des Trockners geht Abluft in die Umgebung und die ist beinahe auf die Temperatur der Außenluft abgekühlt. Dadurch wird die eingesetzte Wärme optimal genützt. Diese Trocknungsanlagen sind keine Wärmerückgewinnungsmaschinen im eigentlichen Sinn. Sie verfügen zwar über eine Wärmerückgewinnung, diese ist jedoch nur ein Teil des Systems.
Die Anlagen bestehen im wesentlichen aus drei Teilen, dem Vortrockner, dem Nachtrockner und der Wärmerückgewinnung. Sie werden in einem Verbund von mindestens vier Kammern aufgestellt. Jede Kammer ist so ausgeführt, dass sie als Vortrockner oder als Nachtrockner arbeiten kann. Bei vier Trockenkammern in einem Verbund wird es so sein, dass eine Kammer als Vortrockner arbeitet und zwei oder drei Kammern als Nachtrockner arbeiten. Alle Trockenkammern sind miteinander über drei verschiedene Kanalsysteme und die gemeinsame Wärmerückgewinnung verbunden. Dadurch wird erreicht, dass die Wärmeenergie, die in den Nachtrocknern eingesetzt wird, zu den Vortrocknern gelangt und dort ein zweites Mal verwendet wird.

Mühlböck 1003 Trocknungsanlagen werden auch als Kanaltrockner eingesetzt. Im Kanaltrockner wird das Schnittholz kontinuierlich getrocknet. Die gelatteten Pakete mit Schnittholz werden in einer Aufgabestation auf Wagen gesetzt. Die Wagen werden in gleichen Zeittakten automatisch weiterbewegt. Die Wagen gehen weiter in einen Vorpuffer und von dort in den Vortrockner, der nur durch die Wärmerückgewinnung beheizt wird. Weitere Stationen sind zwei Nachtrocknungszonen, die beheizt sind.
Die Trockner werden auch in einem ähnlichen System als Spänetrockner angeboten. Gemeinsam ist allen Mühlböck 1003 Trocknungsanlagen der cirka 50 Prozent geringere Wärmebedarf, eine etwas geringere Stromeinsparung und die kurze Amortisationszeit. „Mit unserem neu entwickelten Bandtrockner Typ 1003 und unserem Hackguttrockner bieten wir nun die logische Ergänzung zu unserem bestehenden Schnittholz Trocknungsanlagen Sortiment an“, erklärt Geschäftsführer Kurt Mühlböck. „Die gesammelten Trocknungserfahrungen und das Wissen aus über 12.000 Schnittholz Trockenkammern ist in die Entwicklung dieser Produkte eingeflossen“, so Mühlböck.

*Internationaler Holzmarkt, 4/2016 - www.holzmarkt-online.at