Mühlböck Typ 1003 - Belohntes Vertrauen

Palettenhersteller verdoppelt Trocknungskapazitäten

Speckner_1003

Vor drei Jahren installierte Mühlböck beim Palettenhersteller Speckner in Schwand im Innkreis die ersten Typ 1003-Energiespartrockenkammern mit bis zu 50 % geringerem Wärmeenergieverbrauch.

Jetzt verdoppelt das Unternehmen seine Trocknungskapazitäzten auf rund 8000 Paletten Kammervolumen. Wieder entschied man sich für 1003er-Kammern.

Um frischem Schnittholz einen Liter Wasser zu entziehen, benötigen herkömmliche Trockenkammern rund 1,2 kWh thermische Energie. Mühlböck Trocknungstechnik, Eberschwang, ist es mit seinem patentierten Energiespartrockner Typ 1003 vor drei Jahren gelungen, diesen Wert auf bis zu 0,65 kWh pro Liter Wasser zu senken. Üblicherweise wird die eingebrachte Wärmeenergie, nachdem sie durch die Trockenkammer geleitet wird, über die Abluft wieder ausgeblasen. „Ein sichtbares Zeichen dieser Energieverschwendung sind die Dampfschwaden über den Trockenkammern“, erklärt Unternehmensgründer und Geschäftsführer Kurt Mühlböck. Ihm ist es gelungen, die in der Abluft enthaltene Energie mithilfe eines Kreuzstrom- Wärmetauschers auf die frische Zuluft zu übertragen. „So haben wir es geschafft, den thermischen Energieverbrauch, welcher bei der Holztrocknung den größten Kostenfaktor darstellt, zu halbieren“, erläutert der Geschäftsführer. Beim Typ 1003 liegt die Temperatur der Abluft nur rund 10° C über jener der Außentemperatur. Ursprünglich für Frischluft/Abluft-Kammern konzipiert, setzen die Oberösterreicher das System mittlerweile auch bei Kanal- und Bandtrocknern ein, wobei bei Letzteren der Energieverbrauch sogar auf bis zu 0,47 kWh pro Liter Wasser gesenkt werden konnte. Die ersten Kammern Typ 1003 wurden 2012 beim Palettenhersteller Speckner im Innviertel realisiert, welcher seine Trocknungskapazitäten gerade verdoppelt.

Gute Erfahrungen
In eine völlig neue Technologie zu investieren, ist immer mit Risiko verbunden. „Wir haben auf die Erfahrung und das technische Know-how von Mühlböck vertraut und wurden nicht enttäuscht“, erinnert sich Josef Speckner. Bei einem Betrieb wie Speckner beziffert Mühlböck die Amortisationszeit der Mehrkosten des Energiesparsystems mit zwei Jahren. Abhängig ist diese von der Eingangsfeuchte des Holzes, der Trocknungsgeschwindigkeit, der Stapeldichte und der Brettstärke. „Da wir sehr nassem Holz in kurzer Zeit das Wasser entziehen, macht sich der Typ 1003 bei uns besonders bezahlt“, erklärt Speckner. Wird etwa frische Seitenware getrocknet, reduziert sich die Amortisationszeit laut Mühlböck auf ein Jahr. Als ursprünglichen Grund für die Investition in Trocknungskapazitäten nennt Speckner die steigenden Kundenanforderungen hinsichtlich Qualität in den vergangenen Jahren. „Gute Trocknung ist für uns ein entscheidendes Kriterium. Ich bin davon überzeugt, dass sich Qualität langfristig durchsetzt. Hier macht sich unser technischer Vorsprung bezahlt“, erläutert der Palettenhersteller. Von seinen jährlich rund 1 Million produzierten Paletten gelangen 90 % nach Übersee und müssen daher nach ISPM 15 zertifiziert sein.

Doppelte Kapazität
Nach den durchwegs positiven Erfahrungen mit den Mühlböck- Kammern Typ 1003 fiel Speckner die Kaufentscheidung bei der Kapazitätserweiterung nicht schwer. „Von der Energieeinsparung bis hin zur übersichtlichen Bedienbarkeit sind wir mit der Anlage zufrieden“, erzählt der Palettenhersteller. Geregelt werden die Kammern mit der Mühlböck K5-Steuerung. „Meine Mitarbeiter können den Trocknungsfortschritt am Wochenende und in der Nacht auch zu Hause am PC verfolgen und müssen nicht extra herkommen“, ist Speckner zufrieden und Mühlböck ergänzt, dass seine Trockenkammern nun auch per Smartphone überwacht und gesteuert werden können.
Um das gute Verhältnis mit den Anrainern nicht auf die Probe zu stellen, war Speckner ein besonders leiser Anlagenbetrieb der neuen Kammern ein wichtiges Anliegen. „Mühlböck ist diesem, wie auch allen unseren anderen Anliegen, nachgekommen“, lobt Speckner die Zusammenarbeit. Für den Trocknungspionier ist die Umsetzung solcher Sonderwünsche eine Selbstverständlichkeit: „In einer Zeit, in der die Mondlandung schon fast nicht mehr wahr ist, darf eine leise Trocknungskammer kein Problem darstellen.“

Energiesparen wird belohnt
Einen nicht unwesentlichen Teil der Investitionskosten holte sich Speckner mit dem Verkauf sogenannter Energieeinsparungszertifikate zurück. Setzen Unternehmen nachweislich quantifizierbare Energiesparmaßnahmen um, können sie diese in Form von Zertifikaten verkaufen. Eine Summe möchte Speckner allerdings nicht nennen. Gekauft wurden die Zertifikate von Save Energy Austria, einer Tochter von proPellets Austria. Auch deren Geschäftsführer, Dr. Christian Rakos, nennt keine konkrete Summe, beziffert den Erlös allerdings deutlich über jenem der Umweltförderung.

Holzkurier 46/2015, Günther Jauk