Alles im trockenen Bereich

Energieeinsparung und Kapazitätserhöhung

Durch Investitionen in neue Trockenkammern und die Nachrüstung bestehender Anlagen schaffte man bei der Donausäge Rumplmayr in Enns Kapazitätssteigerungen und Energieeinsparungen.

Das Trockenkammersystem Typ 1306 überzeugte in der Praxis und führte zu einer Reduktion der benötigten thermischen und elektrischen Energie.

Die Donausäge Rumplmayr in Enns zählt zu den ganz Großen in Oberösterreich. Bereits 1973 ließ man sich im heutigen Ennshafen nieder und nahm die Produktion auf. Bei der Rundholzbeschaffung nutzt man neben Bahn und Lkw auch die Wasserstraße. Die Donausäge wird von den Brüdern Severin, Rudolf und Friedrich Rumplmayr nun bereits in dritter Generation geführt.
Im Hause Rumplmayr werden Fertig- und Halbfertigprodukte für den Holzhausbau, unter anderem auch Rohware für Massivholzplatten und Hobelware, erzeugt. Zudem produziert man auch Palettenund Verpackungssortimente. Ein Großteil der Schnittholzproduktion (70 %) geht in den Export. Zieldestinationen sind hierbei europäische Länder sowie Japan, Korea, China, aber auch die USA und Mittelost.
Die Donausäge Rumplmayr setzt schon seit einigen Jahren auf den Trockenkammerspezialisten Mühlböck. Es sind mehrere Kammern des Typs Classic in Betrieb. Im vergangenen Jahr investierte man nicht nur in die Aufrüstung bestehender Trockenkammern, sondern installierte auch zwei neue Kammern Typ 1306, um weiterhin die nötige Trocknungskapazität bereitstellen zu können. Der Trockenanteil liegt bei 88 %.

Reduzierter Energiebedarf
„Wir wollten ausprobieren, ob die Trocknungsphilosophie, die Mühlböck bewirbt, auch in der praktischen Umsetzung wirklich so funktioniert, wie es angepriesen wird“, nennt Rumplmayr verschmitzt einen der Beweggründe für die Anschaffung. Die zwei jeweils 17,5 m langen Kammern verfügen über ein Nettovolumen von rund 300 m3. Die Außenwände wurden so konzipiert, dass weitere Kammeranbauten möglich sind. Notwendig waren die beiden neuen Kammern auch, da diese und weitere geplante Anlagen zukünftig zwei Durchlauftrockner aus den 1980er-Jahren, in denen speziell Seitenware getrocknet wird, ersetzen werden. Aus diesem Grund wurden vom Unternehmen Mühlböck zwei Trockenkammern Typ 1306 mit hoher Leistungsfähigkeit speziell für dünne Dimensionen bezogen. „Hierbei benötigen wir eine gewisse Vorlaufzeit“, informiert Rumplmayr und meint weiter: „Natürlich spielt vor allem auch die Kapazitätserhöhung bei der Entscheidung mit ein.“ „Mit den Trockenkammern Typ 1306 sind systembedingt bereits thermische Energieeinsparungen von etwa 10 % gegenüber klassischen Trockenkammern gegeben“, ist man bei Mühlböck stolz. Erklärt wird dies mit dem getrennten Zu- und Abluftsystem, bei dem, die über Wärmetauscher erwärmte Luft vollständig zur Trocknung verwendet wird, und so neben der thermischen auch noch elektrische Energie durch die damit mögliche reduzierte Luftumwälzung einspart. „Es ist das zurzeit einzige System am Markt, bei dem keine vorerwärmte Luft ungenutzt aus der Trockenkammern geblasen wird“, informiert man weiter. „In Verbindung mit der im System 1306 verbauten Wärmerückgewinnung wird das thermische Einsparungspotenzial je nach Außentemperaturen und Trocknungsfahrplan durchschnittlich um weitere 15 % erhöht”, erklärt man bei Mühlböck.

Effizienzsteigerung mittels Nachrüstungen
Zusätzlich rüstete man noch drei Classic-Trockenkammern mit leistungsstärkeren Zu-, Ablufteinheiten und Wärmerückgewinnungssystemen nach. Durch höhere Leistungsklassen konnten die Trocknungszeiten verkürzt werden. „Bei den BSH-Lamellen wurde die Trocknungszeit um 20 % reduziert. Mit der durchgeführten Nachrüstung haben wir bei bestehenden Anlagen somit den Durchsatz für diese Sortimente erheblich gesteigert“, freut sich Rumplmayr über die getätigten Investitionen.
Die thermische Energie für die Beheizung der Trockenkammern liefert eine eigene Kraft-Wärme-Kupplung. Diese wird mit der am Standort anfallenden Rinde betrieben. „Aus historischen Gründen versorgen wir die Heizregister der Trockenkammern mit Sattdampf“, gibt Rumplmayr an.

Neue Trockenkammer-Regelungen
Im Zuge der getätigten Investitionen wurde auch die aktuellste Version der neuen Mühlböck-Trockenkammer-Regelung installiert. „Natürlich birgt jede Neuerung eine gewisse Umstellung. Aber nach der Eingewöhnungsphase schätzen wir die Anpassungen jetzt sehr“, informiert man bei Rumplmayr.
Neben der klaren und übersichtlichen Visualisierung ist es nun möglich, via Smartphone-App das einwandfreie Arbeiten in den Trockenkammern gleich vor Ort zu überprüfen. Davor war dies nur am Computer in der Schaltwarte möglich.

Steigende Nachfrage
Neben der Installation des Typs 1306 in Enns herrscht auch bei anderen Sägewerken eine hohe Nachfrage nach dem System. Das Energieeinsparungspotenzial dieser Kammern hat in den vergangenen Monaten alleine 70 Kunden überzeugt. Zuletzt betont Rumplmayr noch: „Wir sind sehr zufrieden mit dem gewählten Trockenkammern-Typ – ebenso mit der Leistungssteigerung der getätigten Nachrüstung.“ 

 

Holzkurier 20/2017, Fr. Steininger